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Herzlich willkommen!

Wir begrüßen Sie auf der Fachseite der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP). Wir möchten speziell Kinder- und Jugendpsychiater auf diesen Seiten über unsere Arbeit informieren sowie aktuelle AWMF-Leitlinien und Stellungnahmen zur Diagnostik und Therapie von psychiatrischen Störungen im Kindes- und Jugendalter vorstellen. Weiter finden Sie einen Veranstaltungskalender zu Fortbildungen und Kongressen sowie wichtige, bundesweite Adressen und Links aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Ihre DGKJP

Aktuelles

Montag, 13. Januar 2020 | Aktuelles

Petition Personalausstattung

Quorum für Petition zur Personalausstattung in der Psychiatrie erreicht!

54.134 zeichneten die Petition für mehr Personal in Psychiatrie und Psychosomatik bundesweit. Nun ist die Politik aufgerufen, sich dem Thema neu zu widmen. Herzlichen Dank an alle, die die Petition unterzeichnet haben.

Der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) hat am 24. September 2019 eine Petition im Bundestag eingereicht, deren Mitzeichnungsfrist am 24. Dezember 2019 endete. Ziel war es, den Gesetzgeber zu bewegen, Maßnahmen für ausreichend Personal und genügend Zeit für eine gute Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu beschließen. 54.134 zeichneten die Petition bundesweit und unterstrichen die Relevanz des Themas. Damit konnte das erforderliche Quorum erreicht werden. Nun muss das Thema vom Bundestag aufgegriffen und diskutiert werden.

Mittwoch, 08. Januar 2020 | Aktuelles

E-Zigaretten erhöhen Einstiegsrisiko bei Jugendlichen für Zigaretten-Rauchen

Umfassendes Werbeverbot für E-Zigaretten und für alle Tabakprodukte notwendig

Positionspapier der Gemeinsamen Suchtkommission der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaft und -verbände BAG KJPP, BKJPP und DGKJP

E-Zigaretten sind für Kinder und Jugendliche besonders gefährlich. Mit der E-Zigarette werden nach Auffassung der deutschen Kinder- und Jugendpsychiater die großen Erfolge der Tabakprävention der letzten Jahre unterlaufen und in ihr Gegenteil verkehrt. Das von der Bundesregierung geplante Tabakwerbeverbot muss zum Schutz von Kindern und Jugendlichen daher auch für E-Zigaretten gelten.

Mittwoch, 27. November 2019 | Aktuelles

Petition Personalausstattung veröffentlicht - Bitte um Unterstützung

Wie bereits angekündigt hat der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) eine Petition im Bundestag eingereicht. Es geht darum, den Gesetzgeber dazu zu bewegen, eine leitliniengerechte und menschenrechtskonforme Versorgung in kinder- und jugendpsychiatrischen, psychiatrischen sowie psychosomatischen Kliniken zu gewährleisten.

Mittwoch, 20. November 2019 | Aktuelles

Stellungnahme zum Referentenentwurf der Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

Die DGKJP begrüßt es, dass das BMG einen Referentenentwurf der Approbationsordnung vorlegt, die es erlaubt, konkreter die Planungen für die Ausgestaltung des neuen Studiengangs „Psychotherapie“ vorzunehmen.

Donnerstag, 10. Oktober 2019 | Pressemitteilungen

Pressemitteilung: Das Leben genommen – betroffen vom Suizid im Kindes- und Jugendalter

Welttag zur seelischen Gesundheit am 10.10.2019 zum Thema „Suizidprävention“

Suizide sind nach Unfällen die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, aber die absoluten Zahlen haben sich in den letzten Jahren kaum verändert. Die World Federation for Mental Health verweist auf die unterschätze Bedeutung von suizidalem Verhalten unter Kinder und Jugendlichen.

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Stellungnahme der DGKJP zum Film „Elternschule“,

am .

einem Dokumentarfilm von Jörg Adolph & Ralf Bücheler

Autoren: Tobias Banaschewski Hans-Henning Flechtner, Christine M. Freitag, Michael Kölch, Kerstin Konrad, Marcel Romanos, Renate Schepker, Mareike Alscher, Sunke Himpel

Der Film „Elternschule“, der seit dem 11.10.2018 in den deutschen Kinos ausgestrahlt wird, spaltet die Gemüter – von „Kinder-KZ“ bis zu „ein Muss, für jeden, der selbst Kinder hat“ – reicht die Spannbreite der Rezensionen. Dargestellt wird in diesem Film die Behandlung von Kleinkindern mit Verhaltensauffälligkeiten in einer Abteilung für „Pädiatrische Psychosomatik“.

Wie in dem Film dargestellt, ist es aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) zutreffend, dass psychische Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter häufig sind und mit einem hohen Leid für die betroffenen Familien einhergehen. Sie sollten deshalb unbedingt von Fachleuten behandelt werden, in schweren Fällen ist dies auch in einem stationären Setting erforderlich.

Aus Sicht der DGKJP gibt es bei der Diagnostik und Behandlung von Kindern mit psychischen Störungen und schweren Verhaltensauffälligkeiten jedoch eine Reihe von Besonderheiten zu beachten, die in dem o.g. Dokumentarfilm nicht ausreichend dargestellt werden:

  • Es muss der Behandlung immer eine ausführliche Diagnostik vorausgehen. Diese sollte neben dem Ausschluss körperlicher Ursachen und der Anamneseerhebung eine sorgfältige Entwicklungsdiagnostik und eine umfassende kinderpsychiatrische Diagnostik des Kindes (insbesondere zum Vorliegen weiterer Störungen, Erfassung von Temperament und Bindung, etc.) beinhalten.
  • Die psychiatrische Diagnostik in dieser Altersgruppe erfordert stets auch die Miterfassung der Vorgeschichte und der familiären Interaktionsmuster sowie die notwendige Abklärung (in Kooperation mit Kollegen aus der Erwachsenenpsychiatrie) etwaiger psychischer Störungen der Eltern.
  • Auf Basis aller diagnostischen Befunde erfolgt die Diagnosestellung, eine differentielle Therapieindikation und das störungsspezifische Behandlungsprogramm gemäß der Leitlinie für psychische Störungen des Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalters (AWMF-Leitlinien). Die Therapieplanung erfolgt nur bei vorliegender Diagnose einer kindlichen Störung und/ oder einer Beziehungsstörung, eine Beratung sollte bei vorliegender Diagnose in jedem Fall erfolgen. Liegt bei einer der primären Bezugspersonen eine psychische Störung vor, so ist ebenfalls eine eigenständige Behandlung zu empfehlen und einzuleiten.
  • Neben den primären Störungen der Kinder sind komorbide Störungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Eine Fokussierung in der Interaktion auf das Thema „Wer ist der Boss?“ ist in den meisten Fällen unzureichend und kann zu einer gefährlichen Einengung in der Behandlungsplanung führen.
  • Das Behandlungsprogramm hat sich an den jeweiligen Evidenz basierten Leitlinien (AWMF-Leitlinien) zu orientieren und ist stets der individuellen Bedarfslage und den Lebensumständen der Kinder sowie der Familien anzupassen. Hieraus ergibt sich ein multimodaler Behandlungsplan, der die verschiedenen bedarfsgerechten Therapien beinhaltet. Nur unter Berücksichtigung dieser Aspekte von Diagnostik, evidenzbasierter Therapie, individueller Anpassung, Multimodalität und regelmäßiger Evaluation kann eine moderne und erfolgsversprechende Behandlung sichergestellt werden.
  • Bei allen therapeutischen Maßnahmen sind das Alter, die Vorgeschichte und der Entwicklungsstand des Kindes zu berücksichtigen. Damit muss beispielsweise auch die Dauer der erforderlichen Trennungen von der primären Bezugsperson individuell angepasst und bewertet werden (Leitlinie zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind und Vorschulalter).
  • Die in dem Film dargestellten Behandlungsmethoden zum Üben von Trennungssituationen und zur Schlafanbahnung, die in der Klinik eine lange, sich auch auf andere psychosomatische und somatische Erkrankungen und Störungen erstreckende Tradition haben, sind so hingegen weder wissenschaftlich evaluiert (Publikationen der Kinderklinik Gelsenkirchen) noch vertretbar. Sie sind aus unserer Sicht als klinisch und ethisch bedenklich zu werten und können im schlimmsten Fall dem Kind mehr schaden als nutzen.
  • Ebenso sind die verschiedenen Formen der psychisch bedingten Nahrungsverweigerung nicht gleich zu therapieren. Es gilt u.a. zu unterscheiden zwischen einer Regulations-Fütterstörung, einer Fütterstörung der reziproken Interaktion oder einer sensorischen Nahrungsverweigerung. Auf keinen Fall gehören, wie auch in dem o.g. Film dargestellt, gewaltsame Fütterungen und Fixierungen zu den empfohlenen Behandlungsmethoden. Bei lebensbedrohlichen Zuständen sind in Ausnahmefällen selten Sondenernährungen auch gegen den Willen des Kindes notwendig. Hierbei handelt es sich aber primär um Maßnahmen, irreversible Gefahren abzuwehren und nicht um implementierte Bestandteile einer Therapie. 
  • Auch die im Film gezeigten Kinder mit Symptomen von Störungen des Sozialverhaltens bedürfen verschiedener weitaus differenzierterer Therapien, die in der Regel langfristige ambulante therapeutische Konzepte implizieren und die in Kooperation mit Familie, Schule bzw. Kita und Jugendhilfe umzusetzen sind.  
  • Die moderne Behandlung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen setzt immer voraus, dass das Kindeswohl an erster Stelle steht. Hierzu zählt auch die Achtung des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit und des Rechtes auf Würde. Übergriffige und gewaltsame Methoden zählen keinesfalls zu den genutzten Verfahren. Therapeutische Maßnahmen gegen den Willen der Betroffenen, auch der Kinder, sind nur in Ausnahmefällen und nur unter bestimmten Bedingungen zu rechtfertigen (siehe auch Positionspapier zu freiheitsentziehenden Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen)
  • Es existieren bereits wissenschaftlich gut evaluierte Behandlungsformen zur Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion, z.B. videogestützte Interaktionstrainings. So bieten verschiedene bundesweit verteilte kinder- und jugendpsychiatrische Behandlungszentren fundierte Eltern-Kind-Therapien an. Diese können sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden.
  • Bei schweren Beziehungsstörungen mit fraglicher Kindeswohlgefährdung sollte entsprechend Artikel §4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) vorgegangen werden.

Die DGKJP betont, dass es sich bei dem Film „Elternschule“ nicht, wie man angesichts des Titels irrtümlicherweise denken könnte, um einen „Erziehungsratgeber“ handelt. Vielmehr wird ein, zumindest so wie es dargestellt wird, nicht unproblematisches verhaltensorientiertes stationäres Behandlungskonzept für die Behandlung von Verhaltens- und psychischen Störungen des Kindesalters gezeigt, das nicht die aktuell verfügbaren wissenschaftlich fundierten Verfahren einsetzt. In der Behandlung von Kindern, insbesondere von Kleinkindern, ist aus kinder- und jugendpsychiatrischer und -psychotherapeutischer Sicht die Stärkung der Beziehung zwischen Eltern und Kind wesentlich. Zusätzlich sollen, durchaus auch mit richtig eingesetzten verhaltenstherapeutischen Methoden, die Kompetenzen des Kindes aufgebaut werden. Dies wird aber über motivationale Strategien, insbesondere eine positive und fördernde Eltern-Kind-Interaktion erreicht und nicht durch Trennung, Zwang und Bestrafung.

Insbesondere die Art und Weise und die Notwendigkeit der Grenzsetzungen durch Erwachsene im Rahmen der Interaktion mit sehr jungen Kindern sind in der Öffentlichkeit zu Recht in Kritik gekommen. An dieser Stelle wäre eine Thematisierung von Aspekten des Kinderschutzes aus kinderpsychiatrischer Sicht wünschenswert. Auch wird in dem Film unzureichend dargestellt, dass Verhaltensstörungen differentielle Behandlungsindikationen erfordern, zumal manche der im Film gezeigten Interventionen schablonenhaft und wenig auf die Spezifika des Kindes moduliert wirken. Hierbei wird eine altersabhängige Berücksichtigung von Bindung, die Behandlung von komorbiden Störungen des Kindes, von elterlicher Psychopathologie und von dyadischen Interaktionsstörungen nicht ausreichend berücksichtigt.

In einem Film können sicherlich nur Teilaspekte von komplexen Behandlungskonzepten dargestellt werden. Inwiefern die o.g. Defizite auf einem unzureichenden Therapiekonzept beruhen oder auf einer verkürzten Darstellung im Rahmen eines Dokumentarfilms, kann durch den Zuschauer allerdings nur schwer beurteilt werden. Dies obliegt nun den zuständigen Kontrollgremien. Generell bedarf die Behandlung von psychischen Störungen von Kindern, insbesondere im Kleinkindalter, eines umfassenderen Konzeptes und einer fundierten kinder- und jugendpsychiatrischen und –psychotherapeutischen Expertise.

 

Kontakt:

DGKJP Geschäftsstelle
Reinhardtstraße 27B
10117 Berlin
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Download:

Stellungnahme der DGKJP zum Film "Elternschule"

Achtung! Kinderseele
Stiftung Achtung! Kinderseele

Die Stiftung „Achtung! Kinderseele“, die unter der Schirmherrschaft von Frau Dr. Ursula von der Leyen steht, ist eine bundesweite Stiftung, die sich für die psychische Gesundheit von Kindern einsetzt. Sie wurde von der DGKJP gegründet und wird von den beiden anderen kinder- und jugendpsychiatrischen Fachverbänden unterstützt. Mehr unter www.achtung-kinderseele.org

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Infos für Eltern
Neurologen und Psychiater im Netz - Ratgeber für Eltern

Wir möchten speziell Eltern bei besonderen Problemen mit ihrem Kind unterstützen. Hierfür hat die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychosomatik (DGKJP e.V.) zusammen mit sieben weiteren psychiatrisch-psychotherapeutischen bzw. neurologischen Fachorganisationen Internetangebot www.kinderpsychiater-im-netz.de ins Leben gerufen.

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