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Presseinformation vom 15.01.2015

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Aktuelle Ergebnisse kinder- und jugendpsychiatrischer Forschung

Veränderte Gesellschaft – Veränderte Familien

Unter diesem Motto werden vom 4.- bis 7. März 2015 im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität in München 2000 Kinder- und Jugendpsychiater/Innen anhand aktueller Ergebnisse aus der Forschung und Praxis über die daraus resultierenden Herausforderungen an Kindheit, Jugend und Familie sowie die Konsequenzen diskutieren.

Der Kongress bietet darüber hinaus mit mehr als 600 Vorträgen, 25 Workshops, 18 State-of-the-Art-Vorträgen und 12 Fortbildungsveranstaltungen werden von namhaften Experten die Ergebnisse des aktuellen Forschungsstands zu allen wichtigen kinder- und jugendpsychiatrischen Themen die umfangreichste Präsentation des aktuellen wissenschaftlichen Wissens sowie der Praxiserfahrung in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Zentrale Themen des Kongresses sind unter anderem Möglichkeiten und Grenzen von Prävention, Risiken für psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen, emotionale und soziale Folgen für Kinder bei einer Trennung der Eltern, bei Cybermobbing, sowie die erhöhte Medien-  und Internetnutzung bei Kindern und Jugendlichen.

Nicht jede gut gemeinte Form von Prävention ist sinnvoll, im Gegenteil, für manche Kinder erhöht sich sogar durch eine Präventionsmaßnahme das Risiko, psychisch zu erkranken. Wirksame Präventions- Methoden und Methoden, die nicht durchgeführt werden sollten, ebenso wie Empfehlungen für das neue Präventionsgesetz, werden auf dem Kongress vorgestellt und diskutiert.

Was sind nun Risiken für psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen? Ergebnisse aktueller Längsschnittstudien zeigen, dass bereits vorgeburtlicher anhaltender Stress der Kindesmutter weitreichende Konsequenzen für das emotionale Erleben des Kindes haben kann. Ebenso führen Nikotin- und Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zu einem erhöhten Risiko für das Kind, eine Aufmerksamkeitsstörung (ADS/ADHS) zu entwickeln. Mädchen haben stärker ausgeprägte Probleme in Bezug auf Ängstlichkeit und Depressivität, Jungen dagegen hinsichtlich Hyperaktivität und Verhaltensproblemen, wie die aktuellen Daten des Kinder- und Jugendsurveys des Robert-Koch-Institutes zeigen, die auf dem Kongress vorgestellt werden.
Zunehmend erleben Kinder und Jugendliche die Trennung und Scheidung der Eltern - meist mit nachhaltigen emotionalen und sozialen Folgen. Frau Professor Christine Walper, Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts in München, fordert eine interdisziplinäre Forschungsperspektive und nachhaltige Unterstützung für diese Familien, um das Risiko für die Kinder, an dem ständigen Elternkonflikt zu zerbrechen und psychisch zu erkranken, zu minimieren.

Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund stellen eine weitere Risikogruppe dar; insbesondere Jugendliche, die nach traumatischen Ereignissen immer häufiger ohne elterliche Begleitung Zuflucht in Deutschland suchen, sind psychisch belastet oder erkrankt. Um einzuschätzen, ob und wie geholfen werden kann, bedarf es in dieser Risikogruppe unserer genauen Kenntnis über soziale Hintergründe und kulturelle Traditionen dieser Menschen, um sie erfolgreich zu integrieren. So werden auf dem Kongress in interdisziplinär besetzten Workshops und Fachvorträgen die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der individuellen und zum Teil kulturspezifischen Diagnostik, Beratung und Therapie nach der Traumatisierung von Flüchtlingskindern dargestellt.

Mobbing findet überwiegend in der Schule statt, Lehrkräfte fühlen sich oft überfordert. Fast 30 Prozent der Schüler/innen sind mit Cybermobbing und Mobbing konfrontiert und knapp die Hälfte davon spricht über das Erlebte nicht und schämt sich für das „eigene Versagen“. Bei anhaltendem Mobbing sind Angststörungen, Wegbleiben von der Schule oder depressive Verstimmung häufige Folgen. Der ausgewiesene Experte in diesem Feld, Prof. Scheithauer von der FU Berlin, stellt auf dem Kongress wirksame Methoden vor, wie Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig stärken, Mobbing verhindern und sich gegenseitig schützen können.

Smartphones, Tablets und PCs werden alltäglich genutzt, Kinder und Jugendliche sitzen oft stundenlang an den Geräten. Häufig sind die Eltern ratlos und fragen sich, wie sie den Konsum effektiv begrenzen können und ob der vermehrte Medienkonsum ihren Kindern auch schaden kann. Wird das Problem der Medien- und Internetnutzung unter- oder überschätzt? Diese Frage wird auf dem Kongress intensiv diskutiert. Ergebnisse von Längsschnittstudien werden vorgestellt, die erstmals zeigen, wie sich Kinder entwickeln, die zu häufig und zu lange das Internet nutzen. Neben geschlechtsspezifischem Nutzerverhalten werden das Spielverhalten und die Bedeutung für das psychische Erleben bei Kindern und Jugendlichen dargestellt.

Kontakt:

Pressereferentin
Isabelle Kessler
Waltherstr. 23
80337 München
Tel.: +49 (0)89 – 452 290 33
Fax: +49 (0)89 – 440 055 942
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Download: Presseinformation vom 15.01.2015