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S2k-Leitlinie Nichtsuizidales-Selbstverletzendes Verhalten im Kindes- und Jugendalter veröffentlicht

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie freut sich sehr, dass unter ihrer Federführung eine weitere, sehr wichtige Leitlinie entstanden ist, die die wissenschaftliche Grundlage für eine deutlich verbesserte Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen darstellt, die sich selbst verletzen.  

„Wir freuen uns, dass diese wichtige Leitlinie endlich fertig gestellt werden konnte. Die fachärztliche Perspektive darf bei der Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die sich selbst verletzen, nicht fehlen“, betont der Präsident der DGKJP, Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Tobias Banaschewski.

Nicht-Suizidales Selbstverletzendes Verhalten, zu dem auch das sogenannte „Ritzen“ gehört, ist unter Jugendlichen ein häufiges Phänomen. Je nach Studie berichten bis zu 1/3 aller Jugendlichen sich bereits einmal in ihrem Leben selbst verletzt zu haben. Die Leitlinie ist von Fachvertreter_innen verschiedener Disziplinen, wie Psychologen, Psychotherapeuten und Ärzten verschiedener Fachrichtungen erstellt worden und richtet sich dementsprechend an eine große Gruppe von Fachdisziplinen und ihren Angehörigen.

„Ich freue mich, dass wir diese Leitlinie unter Beteiligung so vieler Fachgesellschaften und -verbände verabschieden konnten“ sagt Herr PD Dr. Paul Plener, der gemeinsam mit Frau Prof. Katja Becker (Direktorin der KJP Marburg) die Koordination der Leitlinienerstellung für die DGKJP übernommen hat. „Mit gemeinsamen Handlungsvorgaben ist es leichter, eine bestmögliche Versorgung dieser Kinder und Jugendlichen zu erreichen“, ergänzt der Stellvertretende Präsident der DGKJP, Professor Dr. Jörg M. Fegert.

Generell gibt es bei der Entwicklung von Leitlinien aber noch viel zu tun. Wichtig erscheint insbesondere eine ausreichende Finanzierung bei der Erstellung von Leitlinien.

„Die Erstellung von Leitlinien im Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie ist für die Gesundheitsversorgung von erheblicher Bedeutung, sichert sie doch, wenn auch rechtlich nicht verbindlich, eine einheitliche Herangehensweise an Diagnostik und Therapie. Wir wünschen uns, dass zukünftig auch eine staatliche Förderung von Leitlinien auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie erfolgt, um der Fachgesellschaft die Erarbeitung der meist kostenintensiven Leitlinien zu erleichtern,“  erklärt der Präsident der DGKJP, Prof. Banaschewski.

Das Beispiel der Kinderschutzleitlinie, die sich gerade in Erarbeitung befindet, zeigt, dass eine staatliche Förderung gelingen kann.

„Die staatliche Förderung von Leitlinien sollte zukünftig, wie dies durch die Kinderschutzleitlinie vorgelebt wird, auch bei anderen Leitlinien möglich sein“, fordert Herr Prof. Fegert. „Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig. Zur bestmöglichen gesundheitlichen Versorgung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen kann es gar nicht genug Unterstützung geben“.

 

Die Leitlinie finden Sie unter diesem Link: http://dgkjp.de/leitlinien-top