06|08|2026

Kinder- und Jugendschutz jetzt umsetzen: Für ein psychisch gesundes Aufwachsen in der digitalisierten Welt

Stellungnahme der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft und Verbänden der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

56 Handlungsempfehlungen der von Bundesfamilienministerin Prien eingesetzten Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ und der Bericht „Child safety online“ des Special Panel der Europäischen Kommission liegen auf dem Tisch. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft und Verbände der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie fordern die Politik auf, diese Empfehlungen schnellstmöglich umzusetzen. In einer neuen Stellungnahme zeigen sie auf, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen besonders dringlich sind.

„Effektiver Kinder- und Jugendschutz bildet das Fundament für altersangemessene Befähigung mit dem Ziel nachhaltiger Teilhabe. Deshalb muss sicheres Design digitaler Angebote (Safety by Design) sofort umgesetzt werden.“, so Prof. Dr. med. Michael Kölch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. – DGKJP, und weiter: „Um die Wirkung der getroffenen Maßnahmen sichern und weiterentwickeln zu können, muss begleitende Forschung einschließlich Forschungsdatenzugang nach Art. 40 Digital Services Act (DSA) sichergestellt sein.“

Dr. med. Marianne Klein, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärztinnen und -ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. – BAG KJPP: „Jede Verzögerung der Umsetzung birgt Gefahren für die psychischen Gesundheit der jungen Generation. Regelungen auf europäischer und deutscher Ebene müssen ineinandergreifen und vor allem durchgesetzt werden. Europäische Angebote, d.h. kindgerechte, vertrauenswürdige europäische Plattformen und KI-Anwendungen, sollten wir als Teil der digitalen Souveränität Europas stärken.“

Dr. med. Gundolf Berg, Vorsitzender des Berufsverbands für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V. – BKJPP: „Nötig ist ein gestuftes Präventionssystem besonders für gefährdete Kinder und Jugendliche, einheitliche Standards für Diagnostik und niedrigschwelliger Zugang zu medizinischer und psychotherapeutischer Hilfe bei digital-bedingten Belastungen. Entscheidend ist, Medienkompetenz bei Kindern ebenso wie bei Eltern und Fachkräften durch Bildungsangebote kontinuierlich zu fördern. Gleichzeitig brauchen wir als Alternative attraktive analoge Freizeitangebote.“

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