Informationen zur Weiterbildung

Die Weiterbildung zur Fachärzt*in für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie vermittelt umfassende Kompetenzen in der Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Prävention aller psychischen Erkrankungen im Entwickungsverlauf junger Menschen, beginnend von Interaktionsproblematiken im Säuglingsalter bis zu psychischen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter. Für die Aufnahme der Weiterbildung sind neben dem absolvierten Medizinstudium keine spezifischen Fertigkeiten vorausgesetzt, sondern werden innerhalb der Weiterbildung vermittelt. Insbesondere umfasst die Weiterbildung eine vollständige Psychotherapieausbildung.

Die Weiterbildung vereint psychiatrisch-medizinischen Verfahren zur differentiellen Diagnostik und Akutbehandlung von Kindern und Jugendlichen. Weiter wird die Kenntnis von psychischen Symptombildern bei somatischen Erkrankungen wie auch Symptome bei psychosomatischen Krankheitsbildern erworben. In der psychotherapeutischen Weiterbildung kann zwischen den Verfahren der Verhaltenstherapie sowie der Tiefenpsychologie gewählt werden. In allen Verfahren werden Gesprächstechniken für die motivierende Beziehungsarbeit mit den Kindern und Jugendlichen sowie für die Beratung des erwachsenen Umfelds in Eltern- und Familiengesprächen erlernt. Neben der vierjährigen Weiterbildung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein Fremdjahr zu absolvieren, für welches die Tätigkeit in den benachbarten Disziplinen der Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendmedizin, Psychosomatischer Medizin oder Neurologie angerechnet werden kann. Mit der Umsetzung der neuen Musterweiterbildungsordnung erhalten Ärzt*innen in Weiterbildung noch mehr Flexibilität.

Die Fachärzt*in für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie arbeitet im interdisziplinären Team und integriert in der Therapieplanung medizinische mit psychologischen und pädagogischen Verfahren. Dazu gehören verschiedene spezifische psychotherapeutische Verfahren, Familientherapie, Pharmakotherapie und Fachtherapien wie Körpertherapie, kreative und künstlerische Verfahren, Spieltherapie bis hin zu Klettern, Bogenschießen oder tiergestützter Therapie. Für die erfolgreiche Therapie von Kindern und Jugendlichen sind häufig auch die Schnittstellen mit schulischen Systemen sowie komplementären Hilfesystemen wie der Jugendhilfe wichtig. Die entsprechende Integrationskompetenz wird in der Weiterbildung vermittelt.

Die KJPPP steht kurzgefasst für:

  • Medizinisch-psychiatrische Expertise
  • Psychotherapeutische Techniken
  • Interdisziplinäre Teamarbeit
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Kenntnisse von schulischen und sozialen Schnittstellen
  • Wissen zu Kindern und Jugendlichen nach verschiedenen Lebensaspekten

Weiterbildungsordnungen

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